Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen

Ultraschalluntersuchungen sind die Methode, mit der wir das ungeborene Kind in der Gebärmutter direkt beobachten können. Seit ca. 40 Jahren wird Ultraschall in der Schwangerschaft angewendet, die Unschädlichkeit der Methode steht außer Zweifel. Die Sonographie nutzt Schallwellen im nicht hörbaren Bereich, die Echos werden computergesteuert in lesbare Bilder umgewandelt.

Die in der Schwangerschaft durchzuführenden Untersuchungen sind durch die Mutterschaftsrichtlinien geregelt. Danach sind in der gesamten unkomplizierten Schwangerschaft die folgenden drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen:

Ultraschalluntersuchung in der 9. - 12. Schwangerschaftswoche (1. Screening)
Diese Untersuchung hat zum Ziel, festzustellen, ob der Embryo lebt, ob Mehrlinge vorliegen, ob sich die Schwangerschaft richtig in der Gebärmutter eingenistet hat und ob die Größe des Embryos dem Schwangerschaftsalter entspricht. Zu diesem Zeitpunkt kann man u.U. auch grobe Auffälligkeiten erkennen.

Ultraschalluntersuchung in der 19. - 22. Schwangerschaftswoche (2. Screening)
Bei dieser Untersuchung wird geschaut, ob der Foetus proportioniert und zeitgerecht entwickelt ist. Kopf, Rumpf und Oberschenkelknochen werden ausgemessen, Plazentasitz und Fruchtwassermenge werden beurteilt. Außerdem werden Kopf, Wirbelsäule, Extremitäten, Herz und andere Organe untersucht, um eventuell sichtbare grobe Auffälligkeiten festzustellen

Ultraschalluntersuchung in der 29. - 32. Schwangerschaftswoche (3. Screening).
Bei dieser Untersuchung wird geprüft, ob die Plazenta zu tief sitzt und dadurch bestimmte Geburtsprobleme verursachen könnte. Lage und Größe des Kindes werden überprüft. Falls das Kind zu klein, nicht proportioniert ist oder eine Veränderung der Fruchtwassermenge vorliegt, kann der Verdacht auf eine Unterversorgung bestehen. Solch ein Verdacht wird dann durch eine weitergehende Untersuchung, die sogenannte Dopplersonographie abgeklärt.

Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass auch bei modernster apparativer Ausstattung, größter Sorgfalt und umfassender Erfahrung des Untersuchers eine Ultraschalluntersuchung kindliche Erkrankungen oder Fehlbildungen niemals völlig ausschließen kann.

Das Übersehen oder Verkennen einer Fehlbildung kann auch dadurch zustande kommen, dass bei bestimmten Begleitumständen (z.B. fettreiche Bauchdecken, Fruchtwassermangel, ungünstige Lage des Kindes) die Untersuchungsbedingungen erschwert werden. Auch sind mit Ultraschall erkennbare Befunde nicht immer eindeutig in ihrer Bedeutung einzuordnen.

Zu beachten ist, dass jede Schwangerschaft mit einem sogenannten Basisrisiko von 2-4% Fehlbildungen bzw. Erkrankungen des Kindes belastet ist, dabei entfallen etwa 1% auf schwerwiegende Fehlbildungen. Dieses Basisrisiko ist bei einer insulinpflichtigen Zuckerkrankheit der Schwangeren oder auch bei Mehrlingen erhöht. Ein Ausschluss von Chromosomenanomalien als Alternative zu einer invasiven Diagnostik durch die Fruchtwasseruntersuchung ist manchmal durch den Nachweis von charakteristischen, aber nicht obligatorisch vorhandenen Hinweiszeichen auf Chromosomenanomalien möglich. Das Fehlen dieser typischen Befunde kann das Risiko für ein Kind mit Chromosomenanomalie (z.B. Down-Syndrom) zwar mindern, aber nicht ausschließen

 
Die bekannte angespannte Finanzlage der Krankenkassen lässt über die o.g. drei Ultraschalluntersuchungen hinaus keine weiteren Sonographien zu.
Nur bei Problemen oder Risiken im Verlauf der Schwangerschaft, die zusätzliche Ultraschalluntersuchungen notwendig machen, werden diese von den Krankenkassen bezahlt.